{"id":43745,"date":"2023-01-07T09:59:06","date_gmt":"2023-01-07T08:59:06","guid":{"rendered":"https:\/\/autoestrada.ch\/?p=43745"},"modified":"2023-01-07T09:59:10","modified_gmt":"2023-01-07T08:59:10","slug":"porsche-963-ikone-von-morgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/autoestrada.ch\/de\/porsche-963-ikone-von-morgen\/","title":{"rendered":"Porsche 963: Ikone von morgen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zahlreiche technische Detaill\u00f6sungen wurden speziell f\u00fcr ihn entwickelt: den Porsche 963. Und so erscheint dieser Topakteur der kommenden LMDh-Saison fast wie ein Fingerzeig aus der Zukunft. Motorsportchef Thomas Laudenbach \u00fcber das neue Langstreckenph\u00e4nomen aus Weissach.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fast ger\u00e4uschlos f\u00e4hrt der Sportwagenprototyp elektrisch aus der Box. Einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig \u2013 dann erwacht der Verbrenner mit volumin\u00f6sem V8-Sound. Genie\u00dferisch verfolgt Thomas Laudenbach das Crescendo mit \u00fcber 8.000 Umdrehungen pro Minute. \u201eDieser Motor ist f\u00fcr mich wie ein guter Freund aus alten Zeiten\u201c, sagt der Leiter von Porsche Motorsport. Im Oktober 2021 \u00fcbernahm Laudenbach, 54, das Amt von Fritz Enzinger. Unter dessen \u00c4gide gelangen unter anderem drei Langstreckenweltmeistertitel mit dem Porsche 919 Hybrid und die Le-Mans-Gesamtsiege Nummer 17, 18 und 19 der Unternehmensgeschichte. \u201eMit dem neuen LMDh 963 nehmen wir jetzt in Frankreich den 20. Gesamtsieg ins Visier\u201c, formuliert Laudenbach ein hohes Ziel. \u201eDar\u00fcber hinaus wollen wir Titel gewinnen \u2013 in der nordamerikanischen IMSA-Serie und in der Langstrecken-WM.\u201c<\/p><div class=\"autoestrada-nel-contenuto autoestrada-entity-placement\" id=\"autoestrada-4151282921\" style=\"position: relative;padding: 30px;border: 2px solid red;margin: 25px auto 35px;text-align: center;width: fit-content;\"><div class=\"autoestrada-adlabel\">Anzeige<\/div><div id=\"autoestrada-4251287940\"><a href=\"https:\/\/get.1li.ch\" target=\"_blank\" aria-label=\"1LI_AES_10_Promo\"><img src=\"https:\/\/autoestrada.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1LI_AES_10_Promo.jpg\" alt=\"\"  srcset=\"https:\/\/autoestrada.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1LI_AES_10_Promo.jpg 1920w, https:\/\/autoestrada.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1LI_AES_10_Promo-300x169.jpg 300w, https:\/\/autoestrada.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1LI_AES_10_Promo-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/autoestrada.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1LI_AES_10_Promo-768x432.jpg 768w, https:\/\/autoestrada.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1LI_AES_10_Promo-1536x864.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" class=\"no-lazyload\" width=\"1920\" height=\"1080\"   \/><\/a><\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem LMDh-Programm kehrt Porsche zur\u00fcck in die Liga dieser Championate, um wieder um Gesamtsiege zu k\u00e4mpfen. Das 24-Stunden-Rennen von Daytona im Januar 2023 wird der erste Einsatz des spektakul\u00e4ren Rennwagens mit einer Systemleistung von rund 500 kW (680 PS). Der Wettbewerb ist gro\u00df: Auch Acura, BMW und Cadillac haben LMDh-Rennwagen f\u00fcr die neue Prototypenklasse der IMSA WeatherTech SportsCar Championship entwickelt. Das K\u00fcrzel LMDh steht f\u00fcr Le Mans Daytona hybrid. In der Langstrecken-WM, der FIA World Endurance Championship (WEC), umfasst die Konkurrenz obendrein noch die Gruppe der LMH-Rennwagen \u2013 das sind Le-Mans-Hypercars, unter anderem eingesetzt von Ferrari, Glickenhaus, Peugeot und Toyota.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass es Porsche \u00fcberhaupt m\u00f6glich ist, mit demselben Rennwagen in der IMSA und in der WEC anzutreten, geht auf eine historische Einigung zur\u00fcck. Am 24. Januar 2020 verk\u00fcndeten drei Verb\u00e4nde ein neues Regelwerk: der Le-Mans-Veranstalter Automobile Club de l\u2019Ouest (ACO), die F\u00e9d\u00e9ration Internationale d\u2019Automobile (FIA) und die US-amerikanische International Motor Sports Association (IMSA). Das gemeinsame Ziel: eine hohe Leistungsdichte mit m\u00f6glichst vielen Prototypen dank eines ausgekl\u00fcgelten Reglements, das Kostenexplosionen unterbindet. Wie schafft man das?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Balance of Performance<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum einen durch die erstmalige Einf\u00fchrung eines dynamischen Regulativs in der Topkategorie dieses Sports. So eine Balance of Performance, mit der die Organisatoren technisch eingreifen k\u00f6nnen, wenn sich die dauerhafte \u00dcberlegenheit eines Fahrzeugs abzeichnet, gab es bislang nur in serienn\u00e4heren GT-Klassen. \u201eDiese BoP bedeutet, dass sich exotische Investitionen in pure Leistungssteigerung nicht mehr uneingeschr\u00e4nkt lohnen\u201c, erl\u00e4utert Laudenbach. \u201eMit vielen Windkanalstunden oder aufw\u00e4ndiger Elektronik erkaufte Performance w\u00fcrde durch zus\u00e4tzliches Gewicht oder andere Einschr\u00e4nkungen wieder aufgehoben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der zweite wichtige Faktor zur Kostenreduzierung sind Einheitskomponenten, die sich der Entwicklungsspirale von vornherein entziehen. So sind das Hybridsystem samt elektronischer Steuereinheit von Bosch sowie die Batterie von Williams Advanced Engineering f\u00fcr alle LMDh-Fahrzeuge gleich, ebenso das siebeng\u00e4ngige Renngetriebe von Xtrac. Michelin liefert einheitliche Reifen. F\u00fcr Monocoque und Fahrwerk haben die Verb\u00e4nde vier Chassishersteller zugelassen \u2013 Dallara, Ligier, Oreca und Multimatic. Porsche ist nicht nur der erste, sondern bislang auch exklusiver Partner von Multimatic und war auch der erste Hersteller, der das Hybridsystem und die Reifen testete. \u201eIn dieser F\u00fchrungsrolle r\u00e4umen wir zwar auch Wettbewerbern Steine aus dem Weg\u201c, wei\u00df Laudenbach, \u201eprofitieren aber gleichzeitig von einer steilen Lernkurve in der Kooperation mit den internationalen Partnern. Und in der Herzensangelegenheit\u201c, erg\u00e4nzt der Maschinenbauingenieur mit Blick auf den Motor, \u201esind wir nat\u00fcrlich autark.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V8-Biturbo<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das LMDh-Reglement stellt Hubraum, Bauform und Zylinderzahl des Verbrennungsmotors frei. Als Basistriebwerk f\u00fcr die R\u00fcckkehr in die Spitzenklasse w\u00e4hlte Laudenbach zusammen mit seinen Ingenieuren einen alten Bekannten. In seiner ersten Porsche-Zeit, 1998 bis 2013, war er f\u00fcr den Antrieb im LMP2-Rennwagen RS Spyder zust\u00e4ndig, der als Basis f\u00fcr die Verwendung im 918 Spyder diente. \u201eDessen V8-Zylinder tr\u00e4gt bereits Motorsportgene in sich\u201c, attestiert er, \u201evor allem die tiefe Position der Kurbelwelle bietet beste Voraussetzungen f\u00fcr eine optimale Schwerpunktlage im Rennwagen.\u201c Begeistert z\u00e4hlt er weiter auf: \u201eDie Trockensumpfschmierung war schon im 918 f\u00fcr hohe Querbeschleunigungen ausgelegt. Ber\u00fccksichtigt man die Freiheitsgrade im Reglement, beispielsweise hinsichtlich Mindestgewicht und Leistungsspektrum, bietet dieser 4,6-Liter-Motor eine hervorragende Basis f\u00fcr einen LMDh-Antrieb.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt ist es nat\u00fcrlich nicht so, dass in Weissach ein zehn Jahre alter Motor aus dem Regal gezogen und in einen Weltklasserennwagen eingebaut wird. \u201eNeben einigem Feinschliff gibt es drei grunds\u00e4tzliche \u00c4nderungen\u201c, pr\u00e4zisiert Laudenbach. \u201eErstens erf\u00fcllt der V8 im 963 auch eine Funktion als tragendes Strukturteil im Gesamtfahrzeug, zweitens haben wir ihn f\u00fcr den Betrieb mit erneuerbaren Kraftstoffen ausgelegt und drittens erhielt der einstige Saugmotor zwei leistungsstarke Turbolader. Denn beim Ladedruck variieren zu k\u00f6nnen, gibt uns Flexibilit\u00e4t, wenn wir auf BoP-Anpassungen reagieren m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hohen Investitionen in Leistungssteigerung hat das LMDh-Motorenreglement einen Riegel vorgeschoben. Die maximale Systemleistung aus Hybridsystem und Verbrenner \u2013 mehr als 515 kW (700 PS) \u2013 gilt f\u00fcr alle LMDh-Wettbewerber. Und die Entfaltung der Leistung muss sich \u00fcber das gesamte Drehzahlband auf einer vorgeschriebenen Kurve bewegen. Gemessen wird die Kraft an der Hinterachse, Allradantrieb ist untersagt. \u201eDamit ist allen Motoren dieselbe Charakteristik vorgegeben\u201c, fasst Laudenbach zusammen, \u201e\u00e4hnlich wie bei der Aerodynamik, wo wir uns mit Luftwiderstand und Abtrieb stets in einem vorgeschriebenen Fenster bewegen m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Worauf es ankommt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entwicklung im Rahmen der rigiden Vorgaben gestaltete sich extrem anspruchsvoll. Deren Erf\u00fcllung ist das eine. Zuverl\u00e4ssigkeit ist das andere \u2013 und Grundvoraussetzung f\u00fcr Erfolg. Um im Wettbewerb besser zu sein als andere, fokussierte sich Porsche Penske Motorsport auf weitere dezidierte Entwicklungsattribute. \u201eBeim Gesamtfahrzeug standen, unter anderem, eine perfekte Balance und generell die Fahrbarkeit unter allen Bedingungen weit oben im Lastenheft \u2013 ob mit vollem oder leerem Tank, ob mit frischen oder gebrauchten Reifen\u201c, beschreibt Laudenbach. \u201eWir brauchen kein \u201aspitzes\u2018 Auto, es muss konstant schnell sein. Denn damit gewinnt man in Serien mit BoP Rennen und Meisterschaften. Au\u00dferdem waren uns die leichte Bedienbarkeit f\u00fcr die Fahrer, zumal bei wechselnder Witterung, und eine hohe Servicefreundlichkeit f\u00fcr die Boxencrew von Porsche Penske Motorsport wichtig.\u201c<br><br>Das alles wird wettbewerbsentscheidend sein, wenn Porsche in wenigen Wochen wieder um Gesamtsiege k\u00e4mpft. Einen Pokal f\u00fcr \u00c4sthetik h\u00e4tte der Porsche 963 jetzt schon verdient.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zahlreiche technische Detaill\u00f6sungen wurden speziell f\u00fcr ihn entwickelt: den Porsche 963. Und so erscheint dieser Topakteur der kommenden LMDh-Saison fast wie ein Fingerzeig aus der Zukunft. Motorsportchef Thomas Laudenbach \u00fcber das neue Langstreckenph\u00e4nomen aus Weissach. Fast ger\u00e4uschlos f\u00e4hrt der Sportwagenprototyp elektrisch aus der Box. Einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig \u2013 dann erwacht der Verbrenner mit volumin\u00f6sem V8-Sound. 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