{"id":42626,"date":"2022-11-17T09:48:15","date_gmt":"2022-11-17T08:48:15","guid":{"rendered":"https:\/\/autoestrada.ch\/?p=42626"},"modified":"2022-11-17T09:48:17","modified_gmt":"2022-11-17T08:48:17","slug":"zehn-jahre-porsche-911-rsr-im-werkseinsatz-in-der-fia-langstrecken-weltmeisterschaft-wec","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/autoestrada.ch\/de\/zehn-jahre-porsche-911-rsr-im-werkseinsatz-in-der-fia-langstrecken-weltmeisterschaft-wec\/","title":{"rendered":"Zehn Jahre Porsche 911 RSR im Werkseinsatz in der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die beeindruckende Bilanz des st\u00e4rksten Boxers im Langstrecken-Ring<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor dem Start des neuen Kapitels mit dem 500 kW (680 PS) starken Hybrid-Prototypen zieht Porsche eine positive Bilanz seiner Eins\u00e4tze mit dem 911 RSR. Der st\u00e4rkste Motorsport-Boxer aus dem Entwicklungszentrum in Weissach hat die zur\u00fcckliegenden zehn Jahre in der hart umk\u00e4mpften GTE-Pro-Klasse deutlich gepr\u00e4gt. In der Saison 2013 \u00fcbernahm die Porsche AG 51 Prozent am Einsatzteam Manthey. Die bew\u00e4hrte Mannschaft aus der Eifel wurde fortan mit der Durchf\u00fchrung des Werkseinsatzes in der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC (World Endurance Championship) betraut. Diese neue Konstellation f\u00fchrte 2013 sofort zum Erfolg: dem Klassensieg bei den 24 Stunden von Le Mans.<br><br><strong>2013 \u2013 2016: Le-Mans-Klassensieg im ersten Jahr, viele Erfolge weltweit<\/strong><br>Marc Lieb (Deutschland), Richard Lietz (\u00d6sterreich) und Romain Dumas (Frankreich) feierten passend zum 50. Geburtstag des Porsche 911 den Triumph in der neuen GTE-Pro-Kategorie. Das Schwesterauto erreichte Rang zwei. \u201eMir bleibt angesichts dieses Ergebnisses die Spucke weg\u201c, jubelte der damalige Teamchef Olaf Manthey. F\u00fcr Siegfahrer Marc Lieb ging ebenso ein Traum in Erf\u00fcllung: \u201eUnser Team war neu, das Auto ebenso. In den ersten zwei Saisonrennen fehlte uns noch etwas Konkurrenzf\u00e4higkeit\u201c, erinnert sich der Langstrecken-Weltmeister von 2016. \u201eDann kam unser Le-Mans-Paket. Es f\u00fchlte sich sofort richtig gut an. Im Rennen haben wir uns unter schwierigen Mischbedingungen nach vorn gek\u00e4mpft. Der Schl\u00fcssel zum Sieg war, dass wir im Gegensatz zur Konkurrenz drei Stints auf einem Reifensatz fahren konnten.\u201c Nach 24 Stunden \u00fcberquerte der Porsche 911 RSR mit der Startnummer 92 den Zielstrich mit einem Vorsprung von mehr als zwei Minuten auf das Schwesterauto.<br><br>\u201eDer Triumph war unerwartet und deswegen so sch\u00f6n f\u00fcr Porsche, das Team und uns Fahrer\u201c, blickt Lieb zur\u00fcck, \u201etrotzdem bleibt es der traurigste Sieg meiner Karriere.\u201c Hintergrund: Ein tragischer Unfall \u00fcberschattete die 24 Stunden von Le Mans 2013. Aston-Martin-Pilot Allan Simonsen hatte sein Leben in der Fr\u00fchphase des Rennens bei einer Kollision mit der Leitplanke in der Tertre-Rouge-Kurve verloren. Der sympathische, im Fahrerlager sehr beliebte D\u00e4ne war 2007 am Steuer eines Porsche 911 GT3 RSR in Le Mans gefahren.<br><br>Der 911 RSR von 2013 basierte auf der Generation 991 und war der letzte seiner Art mit dem klassischen Sechszylinder-Boxer als Heckmotor. 2014 fuhr der Neunelfer in Silverstone und Schanghai zum Klassensieg. Im Folgejahr gelang ein weiterer gro\u00dfer Schritt nach vorn: vier Triumphe in der GTE-Pro-Kategorie auf dem N\u00fcrburgring, in Austin, Schanghai und Bahrain sowie die Titelgewinne in Hersteller-, Fahrer- und Teamwertung. 2016 starteten die zwei Werksautos nur in Le Mans. F\u00fcr die anschlie\u00dfende Saison folgte der neue GTE-Pro-Renner aus Weissach \u2013 diesmal auf Basis der Generation 991 und erstmals mit dem Antriebsaggregat vor der Hinterachse. Das neue Konzept, bei Fans weltweit wegen seines unvergleichlich bei\u00dfenden Sounds sehr beliebt, erreichte gro\u00dfe Erfolge auf vielen Rennstrecken beiderseits des Atlantiks.<br><br><strong>2017 \u2013 2019: Neues Fahrzeugkonzept und ein unvergesslicher Le-Mans-Auftritt<\/strong><br>2017 galt als Entwicklungsjahr, denn angesichts der ver\u00e4nderten Gewichtsverteilung sammelte die Mannschaft vor allem im Bereich der Reifennutzung viele neue Erkenntnisse. Der Lernprozess verlief schnell. Bereits im zweiten Einsatzjahr lieferte das FIA WEC-Werksteam in Le Mans einen sportlich wie optisch besonderen Auftritt ab: Zum 70. Geburtstag der Marke Porsche traten die beiden 911 RSR in historischen Designs an. Die in Anlehnung an die legend\u00e4re Rothmans-Lackierung folierte Startnummer 91 dominierte das Qualifying. Der italienische Werksfahrer Ginamaria Bruni stellte in der Zeitenjagd in 3:47,504 Minuten einen neuen Rekord f\u00fcr GTE-Fahrzeuge in Le Mans auf.<br><br>Im Rennen dominierte die Nummer 92 im Pink-Pig-Design. K\u00e9vin Estre (Frankreich), Michael Christensen (D\u00e4nemark) und Laurens Vanthoor (Belgien) legten mit ihrem 911 RSR ein souver\u00e4nes Tempo vor und hatten das notwendige Gl\u00fcck auf ihrer Seite: Klassensieg mit einer Runde Vorsprung auf das Schwesterauto von Gianmaria Bruni, Richard Lietz und Fr\u00e9d\u00e9ric Makowiecki (Frankreich). \u201eDer Porsche 911 ist und bleibt der beste Sportwagen der Welt \u2013 eine richtige \u201aRennsau\u2018. Zu unserem 70. Geburtstag ein Doppelsieg in der GTE-Pro und der Triumph in der GTE-Am: Besser geht es nicht\u201c, brachte Porsche-Entwicklungsvorstand Dr. Michael Steiner seine Freude damals direkt nach dem Triumph auf den Punkt.<br><br><strong>2018 \u2013 2022: Gewinn von WM-Titeln und ein weiterere Klassensiege in Le Mans<\/strong><br>W\u00e4hrend der Neunelfer der Generation 2017 nach dem Klassensieg in Le Mans zum GTE-Pro-Meistertitel in FIA WEC 2018\/2019 fuhr, stand der Nachfolger bereits in den Startl\u00f6chern: der RSR-19 mit 4,2-Liter-Sechszylinder \u2013 dem gr\u00f6\u00dften Boxer, den Porsche bis dato werksseitig in einem 911-Rennfahrzeug auf die Strecke gebracht hat. Beim Deb\u00fct an der Sarthe 2019 fehlte nicht viel: Die Startnummern 91 und 93 erreichten auf den R\u00e4ngen zwei und drei das Siegerpodest der hart umk\u00e4mpften GTE-Pro-Klasse mit insgesamt 17 Autos von sechs verschiedenen Herstellern. 2021 folgte eine weitere Podiumsplatzierung und 2022 endlich der ersehnte Erfolg an der Sarthe. Richard Lietz, Gianmaria Bruni und Lokalmatador Fr\u00e9d\u00e9ric Makowiecki setzten im Abschiedsjahr des Werks-Elfers noch einmal ein Glanzlicht: Klassensieg bei den 24 Stunden von Le Mans. Die letzte Saison mit den Werksfahrzeugen in der GTE-Pro-Klasse sollte noch einmal mit dem Gewinn von WM-Titeln gekr\u00f6nt werden, doch beim Finale in Bahrain verpasste das Team das hoch gesteckte Ziel nur knapp.<br><br>\u201eZum 50. Geburtstag des Elfers sind wir werksseitig in die FIA WEC eingestiegen und haben auf Anhieb die 24 Stunden von Le Mans gewonnen. In diesem Jahr hat sich beim gr\u00f6\u00dften Langstreckenrennen der Welt der Kreis mit unserem dritten Klassensieg wundersch\u00f6n geschlossen\u201c, bilanziert Thomas Laudenbach, Leiter Porsche Motorsport. \u201eLe Mans ist die Krone des Langstreckensports. Wir sind besonders stolz auf unsere Triumphe dort. Auch die weiteren 15 Klassensiege in der FIA WEC waren hart erk\u00e4mpft und das Ergebnis gro\u00dfartiger Arbeit des Teams und aller Mitarbeiter, die im Entwicklungszentrum in Weissach daran mitgewirkt haben. Wir haben der glorreichen Geschichte von Porsche Motorsport ein weiteres Kapitel hinzugef\u00fcgt. Zum Abschluss h\u00e4tten wir gern unseren f\u00fcnf Titeln noch mindestens einen weiteren hinzugef\u00fcgt. Obwohl dies leider nicht gelungen ist, ziehen wir insgesamt nach zehn Jahren Werkseinsatz eine sehr positive Bilanz. Gleichzeitig geht der Blick nach vorn: 2023 fahren wir mit dem neuen Porsche 963 in den beiden gr\u00f6\u00dften Langstreckenserien der Welt um Gesamtsiege. Darauf freuen wir uns schon sehr!\u201c<br><br><strong>Zahlen zum Werkseinsatz in der FIA WEC<\/strong><br>Absolvierte Rennen: 62 in zw\u00f6lf L\u00e4ndern<br>GTE-Pro-Klassensiege: 18<br>Pole-Positions (GTE-Pro): 20<br>Podestplatzierungen (GTE-Pro): 67<br>Gefahrene Rennkilometer: 155.830<br>Erreichte WM-Herstellerpunkte: 2.240<br>Eingesetzte Werksfahrer: 18<br>Gr\u00f6\u00dfte Werkseins\u00e4tze: Le Mans 2018 und 2019 mit jeweils vier Autos<br>H\u00f6chster Topspeed: 312,7 km\/h (Le Mans 2022)<br><br><strong>2023: Der 911 RSR bleibt, der neue 963 kommt<\/strong><br>Auch nach Abschluss des Werksprogramms wird der 911 RSR in der FIA WEC antreten: Porsche-Kundenteams setzen den beliebten GT-Rennwagen im kommenden Jahr in der Amateurklasse GTE-Am ein. Das Werksteam Porsche Penske Motorsport will mit dem neuen Porsche 963 den Kampf um Gesamtsiege in den zwei gr\u00f6\u00dften Langstrecken-Serien der Welt aufnehmen. Jeweils zwei der Hybrid-Prototypen sollen in der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC und in der nordamerikanischen IMSA WeatherTech SportsCar Championship an den Start gehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die beeindruckende Bilanz des st\u00e4rksten Boxers im Langstrecken-Ring Vor dem Start des neuen Kapitels mit dem 500 kW (680 PS) starken Hybrid-Prototypen zieht Porsche eine positive Bilanz seiner Eins\u00e4tze mit dem 911 RSR. Der st\u00e4rkste Motorsport-Boxer aus dem Entwicklungszentrum in Weissach hat die zur\u00fcckliegenden zehn Jahre in der hart umk\u00e4mpften GTE-Pro-Klasse deutlich gepr\u00e4gt. 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