{"id":30721,"date":"2021-11-02T20:44:29","date_gmt":"2021-11-02T19:44:29","guid":{"rendered":"https:\/\/autoestrada.ch\/?p=30721"},"modified":"2021-11-02T20:45:02","modified_gmt":"2021-11-02T19:45:02","slug":"underneuerung-der-beiden-porsche-911-rsr-zwischen-den-wec-rennen-in-bahrain-siegerauto-von-porsche-erstrahlt-nach-schneller-revision-in-neuem-glanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/autoestrada.ch\/de\/underneuerung-der-beiden-porsche-911-rsr-zwischen-den-wec-rennen-in-bahrain-siegerauto-von-porsche-erstrahlt-nach-schneller-revision-in-neuem-glanz\/","title":{"rendered":"underneuerung der beiden Porsche 911 RSR zwischen den WEC-Rennen in Bahrain: Siegerauto von Porsche erstrahlt nach schneller Revision in neuem Glanz"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit einem Doppelerfolg im 6-Stunden-Rennen ist Porsche in die beiden entscheidenden Finalwochen in Bahrain gestartet. Nur sieben Tage nach dem starken Auftritt der beiden 911 RSR m\u00fcssen die beiden Fahrzeuge den n\u00e4chsten H\u00e4rtetest bestehen. K\u00e9vin Estre (Frankreich) und Neel Jani (Schweiz) konnten am vergangenen Samstag die GTE-Pro-Klasse knapp vor ihren Werksfahrerkollegen Gianmaria Bruni aus Italien und Richard Lietz aus \u00d6sterreich gewinnen. Auf dem Bahrain International Circuit findet am Samstag, den 6. November der finale Lauf der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) \u00fcber acht Stunden statt. Porsche k\u00e4mpft im sechsten und letzten Rennen der Saison um die Titel in der Hersteller- und Fahrerwertung. Um dieses Ziel zu erreichen, m\u00fcssen die beiden rund 515 PS starken Neunelfer perfekt pr\u00e4pariert sein.<br><br>Am Sonntagmorgen gehen um 9:30 Uhr die Garagentore des Porsche GT Teams auf. Im Inneren der Box stehen die zwei 911 RSR, die deutlich sichtbare Spuren vom intensiven Wettbewerb des Vortages tragen. Die Karosserie ist \u00fcbers\u00e4t mit schwarzen Strichen, die umherfliegende Gummiteile hinterlassen haben. An der linken Seite der Startnummer 92 weist ein roter Streifen auf einen leichten Kontakt mit einem anderen Fahrzeug hin. Nach einer kurzen Teambesprechung beginnt die Mannschaft des Einsatzteams Manthey um 10:00 Uhr mit der Revision der beiden Autos. \u201eDie Deinstallation von Karosserie, Aufh\u00e4ngungen und des gesamten Antriebsstrangs ist in rund 40 Minuten erledigt. Am Auto bleiben nur der Tank, die Elektronik und alle Komponenten des Innenraums\u201c, beschreibt Tobias Hansonis, Crew Chief im Porsche GT Team. \u201eAlle Teile werden gereinigt und einer Sichtpr\u00fcfung unterzogen.\u201c<br><br>Werden bei diesem Prozess bereits erste Besch\u00e4digungen entdeckt, kommen die Spezialisten des Teams ins Spiel. Im hintersten Bereich der Box wartet Ulrich Pashaus an zwei gro\u00dffl\u00e4chigen Arbeitstischen. \u201eSollten Defekte auftreten, stellt sich die Frage, ob wir das Teil komplett austauschen oder ob es reparabel ist\u201c, erkl\u00e4rt der Fachmann f\u00fcr sogenannte Composite-Bauteile. Der amtierende Karnevalsprinz von Aegidienberg, einem Stadtbezirk von Bad Honnef, erg\u00e4nzt: \u201eWir haben Karbonmaterial dabei. Ich r\u00fchre Harz an und laminiere die neuen Schichten auf das defekte Bauteil. Das Aush\u00e4rten der neuen Karbonschicht geht im Klima von Bahrain relativ schnell. Wenn ich dann sogar noch einen F\u00f6n zur Hand nehme oder die Komponenten in den Ofen gebe, dann ist nach nur zwei Stunden die gew\u00fcnschte H\u00e4rte erreicht.\u201c Pashaus sorgt an seinem Arbeitsplatz daf\u00fcr, dass die beiden Porsche 911 RSR zum letzten Rennen der Saison wieder in einem makellosen Gewand auf die Strecke gehen.<br><br>Wenige Meter weiter ist Kevin Panter der Ansprechpartner f\u00fcr Austauschkomponenten. \u201eWir haben ungef\u00e4hr 5.000 verschiedene Ersatzteile dabei\u201c, schildert er und blickt dabei auf zahlreiche, bestens sortierte Baugruppen, die in k\u00fcrzester Zeit als Komplettpaket in den rund 515 PS starken Neunelfern installiert werden k\u00f6nnen. Das gesamte Material wurde in sechs gro\u00dfen Kisten nach Bahrain transportiert. Die meisten Ersatzteile sind zweifach vorr\u00e4tig, andere stehen in deutlich gr\u00f6\u00dferer Zahl zur Verf\u00fcgung. \u201eDen meisten Verschlei\u00df haben wir im Bereich der Schleifplatten am vorderen Unterboden. Oft m\u00fcssen wir diese nach nur einem Training austauschen. Die Fahrten \u00fcber Randsteine oder auch harte Bodenwellen hinterlassen deutliche Spuren\u201c, beschreibt Panter. Urspr\u00fcnglich bestanden die Schleifplatten aus Holz, die neueste Version wird aus einem Zwei-Komponenten-Material gefertigt. Dennoch bleibt ihre Abnutzung unvermeidlich.<br><br>In der Garage sind die Fahrzeuge inzwischen \u201egestrippt\u201c: Alle Anbauteile sind entfernt und reihen sich ordentlich sortiert vor der Box in der Sonne auf. Zwei Mechaniker liegen unter der Startnummer 91 und l\u00f6sen mehrere Schrauben. Zwei weitere Mitarbeiter fahren die Karosserie wenig sp\u00e4ter per Lufthebeanlage auf ein stabiles Gestell. Der gesamte Antriebsstrang verharrt auf einem fahrbaren Hubwagen und wird unter dem Auto als Ganzes herausgezogen. Wenig sp\u00e4ter haben zwei Fachleute das Triebwerk von Kupplung und Getriebe getrennt. Die einzelnen Baugruppen werden genauestens auf Besch\u00e4digungen und Verschlei\u00df \u00fcberpr\u00fcft. \u201eUnsere Komponenten sind f\u00fcr eine Laufzeit von 30 Stunden ausgelegt, danach erfolgt generell ein Service. Nach 60 Stunden wird die Schalteinheit komplett \u00fcberholt\u201c, berichtet Getriebespezialist Tobi B\u00f6ller, der bei der Siegerzeremonie am vergangenen Samstag stellvertretend f\u00fcr die gesamte Mannschaft mit auf das Podium stieg. \u201eNach einem Rennen \u00fcber sechs Stunden sollte kein Defekt auftreten, aber wir \u00fcberpr\u00fcfen es dennoch ganz genau. Hier und dort kann etwas Spiel entstanden sein, das wir dann beheben.\u201c<br><br>Neben der Getriebeabteilung ist es laut. Ein immer wiederkehrendes Stampfen erinnert nahezu an ein Dampfschiff auf gro\u00dfer Fahrt: Juan Verpoorten hat seinen Pr\u00fcfstand f\u00fcr Sto\u00dfd\u00e4mpfer in Betrieb. \u201eWenn die D\u00e4mpfer nach einem Rennen zu mir in die Abteilung kommen, sind sie meistens erst einmal pechschwarz\u201c, berichtet er: Die Aufh\u00e4ngungskomponenten sind mit Gummipartikeln \u2013 dem sogenannten \u201ePickup\u201c \u2013 \u00fcbers\u00e4t. \u201eIch reinige den D\u00e4mpfer und zerlege ihn in alle Einzelteile. Wenn keine Sch\u00e4den erkennbar sind, f\u00fcge ich alles wieder zusammen. Anschlie\u00dfend kommt der D\u00e4mpfer auf den Pr\u00fcfstand, den wir immer dabei haben. Dort zeigt sich, ob die Kennlinien immer noch perfekt stimmen. Wenn nicht, dann tauschen wir das Element nat\u00fcrlich aus. Wir haben pro Rennen jeweils drei S\u00e4tze D\u00e4mpfer pro Auto im Gep\u00e4ck. F\u00fcr den Doubleheader in Bahrain haben wir noch einen zus\u00e4tzlichen Satz eingepackt.\u201c Die D\u00e4mpfer im Porsche 911 RSR werden nach 30 Stunden Laufzeit in eine umfangreiche Wartung gegeben, nach 90 Betriebsstunden haben sie ihr Lebensende erreicht.<br><br>\u201eWir wissen schon vor den jeweiligen Rennen, welche Teile nach der Veranstaltung an der Laufzeitgrenze sind und somit ausgetauscht werden m\u00fcssen. Das bereiten wir immer schon vor\u201c, erkl\u00e4rt Crew Chief Tobias Hansonis. Auf Grundlage dieser Laufzeitlisten arbeiten die Mechaniker ein genau definiertes Programm bei der Wartung der Fahrzeuge ab. Um jedes Auto k\u00fcmmern sich f\u00fcnf Fachleute, ein weiterer Mechaniker steht f\u00fcr Zusatzaufgaben parat. \u201eWenn wir ein Rennen haben wie am vergangenen Samstag, das ohne gr\u00f6\u00dfere Kontakte und Zwischenf\u00e4lle verl\u00e4uft, dann geht die Runderneuerung der Fahrzeuge wirklich z\u00fcgig. Das freut uns nat\u00fcrlich immer\u201c, schmunzelt Hansonis. Der Plan f\u00fcr Bahrain: Bereits am Dienstag sollen die beiden Porsche 911 RSR wie Neuwagen in der Garage bereitstehen. Anschlie\u00dfend folgen Setup-Arbeiten, bevor die Boliden am Donnerstag zum ersten Freien Training wieder auf die Strecke fahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit einem Doppelerfolg im 6-Stunden-Rennen ist Porsche in die beiden entscheidenden Finalwochen in Bahrain gestartet. Nur sieben Tage nach dem starken Auftritt der beiden 911 RSR m\u00fcssen die beiden Fahrzeuge den n\u00e4chsten H\u00e4rtetest bestehen. 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